2012/11/09

Video-Held, ganz einfach

Mit einer Action Cam unter Wasser filmen?!


Auf Motivsuche.
(Im Murner See, BY/D)
Zum Filmen unter Wasser bin ich erst recht spät gekommen. Zunächst einmal wollte ich halbwegs sicher tauchen können. Dann waren aber in meiner Umgebung immer häufiger diese gewissen fragenden Augenbrauen «aber warum sollte man hier tauchen?» und «was sollte denn hier zu guggn sein?» zu sehen. Und so beschloss ich irgendeines Tages, mir eine einfache, kleine Unterwasser-Kamera zuzulegen.

Woraufhin das Drama seinen Lauf nahm...

Es ging mir nicht um die tollsten Bilder, die schärfsten Bilder oder farbechtesten Bilder, denn das können andere Fotografen mit anderer Ausrüstung besser. Ich wollte einfach nur Eindrücke für mich und andere sammeln. Und dazu sollte die Kamera ganz einfach klein, handlich und möglichst aus dem Weg sein. Denn nur dann macht es Spaß, sie immer mit dabei zu haben (Grüßle an «MiKa»!).

Was hilft mir eine tolle Superausrüstung, wenn ich selbst nicht einmal ein mittelmäßiger Fotograf bin? Und was hilft mir diese tolle Ausrüstung, wenn sie dann doch einmal absäuft? Und was hilft mir die tolle Superausrüstung, die ich im entscheidenden Moment nicht dabei habe, weil sie zu groß, empfindlich oder was weiß ich ist?

Letztlich hat meine Annahme sich dadurch bewährt, dass die Videos «Murner Hechtparade» sowie «Murner Unterwasserlandschaft und Leben» überhaupt entstanden sind und für Aufsehen und Interesse in der Region gesorgt haben. Die Leute interessiert keine CSI:Miami-Stilisierung mit bestem 4k-Equipment und aufwändigem Postprocessing. Sondern die Leute freuen sich und sind fasziniert, wenn sie endlich einmal sehen, warum Taucher bei ihnen in die Gewässer steigen wollen.

Herograf


Und so entschied ich mich seinerzeit für eine GoPro HD Hero der ersten Generation. Die funktionierte mit dem Originalgehäuse leider nur unscharf unter Wasser, also kam noch ein modifiziertes Gehäuse von sub zero (Stefan Wiessmeyer) hinzu. Die ersten Tauchgänge tronte sie einfach am GoPro-Stirnband auf meinem Kopf: ich bin immer noch erstaunt, was damit schon möglich war: HD 1080p (1080 Zeilen non-interlaced, mit jeweils 1920 Bildpunkten) mit 25 Bildern/s, wobei selbst noch in unseren heimischen Drecktümpeln etwas zu erkennen war.

Unverbesserlicher Herograf. (Im Friedberger See, BY/D)

Inzwischen benutze ich bereits die dritte Helden-Generation in Form zweier GoPro HD Hero 3 Black Edition. Zum Glück gehört in der Zwischenzeit nun ein auch unter Wasser sofort brauchbares Gehäuse mit planer Scheibe zur Standardausstattung. Und bei der Hero 3 Black Edition kam zudem noch die wirklich sehr nützliche höhere Bildgröße mit 2700×1520 Bildpunkten hinzu.
Meine Erfahrung: mit der GoPro HD Hero 3 Black Edition ist in Bezug auf das resultierende Filmmaterial einfach toll. Die Lichtempfindlichkeit gegenüber der Hero 2 ist bei deutlich geringerer Rauschneigung erneut besser geworden. Damit kann ich nun auch praktisch in Protune filmen, ohne dass ich das Filmmaterial nachträglich umständlich mit miesen Ergebnissen entrauschen muss. Und außerdem ist der unter Wasser zumeist fehlerhaft arbeitende Weißabgleich endlich abschaltbar. Die Auflösung 2700×1520 bei 25 Bildern/s ist schlichtweg genial und bietet enorme Freiheit in der Nachbearbeitung. Nur die grottenschlechte Batterielaufzeit und die starke Abwärme trüben das Gesamtbild.
Letztlich kam dann aber irgendwann der Wunsch nach einer (einfachen) Beleuchtung und einer vernünftigen Haltemöglichkeit, um die Kamera ordentlich führen zu können. Aber auch hier stand für mich eindeutig im Vordergrund, eine einfache und kompakte Lösung zu finden ... nicht die qualitativ hochwertigste. (Das habe ich mir lieber für meine Dräger Vollmaske aufgehoben.)

Video-Licht


Krebs beim Grillen... im Neufelder See (NÖ/Ö).
Meine ursprünglich für das Filmen angeschaffte LED-Lampe des Typs Searay 1040 von Seatec Unterwassersysteme habe ich allerdings inzwischen im beiderseitigen Einvernehmen außer Dienst gestellt. Die Zusammenarbeit gestaltete sich in den letzten Monaten zunehmend schwieriger und ich fand mich mehrmals unter Wasser ohne zuverlässig funktionierendes Videolicht wieder.

Der Griff zu zwei Sola Video 2000F der Firma Light and Motion sind dementsprechend ein großer qualitativer Sprung nach vorne.

Die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig und durch die beiden Lampen kann ich einen breiten Bereich abdecken, was aufgrund des Weitwinkels der GoPro HD Heros auch dringend erforderlich ist.

Wie man auf dem Foto gut erkennen kann: das ganze System ist dank der beiden Sola Video 2000F immer noch sehr kompakt und lässt sich bequem halten. Vom Gewicht her liegt leichter Abtrieb vor, der sich aber in Grenzen hält. Die Kamera/Lampen-Kombination kann ich so bequem über längere Zeit halten und führen.

Das Montagesystem stammt von uw-fotopartner.com, das mir ein Bekannter freundlicherweise für meine Heros zurecht gestutzt hat.

Abspann


In meinem Fall habe ich das Ziel erreicht, dass am Ende überhaupt etwas herauskommt: eine ganze Reihe von Tauch- und Schulungsvideos. Und das ganz ohne eine große, aufwändige und richtig teure Ausrüstung. Das muss ich wohl im Nachtrag doch geringfügig korrigieren ... wer Light and Motion kennt, weiß bestimmt, was ich meine...

PS: Auch hier wieder herzlichen Dank an Axel Eisele für seinen Schnappschuss von mir mit einer Hero-Kamera im Murner See (BY/D). Der neue Oktopus-Schlauch ist wirklich grell, ich vermute, der leuchtet von alleine im Dunkeln. Und vielen Dank auch an Jörg Lucinski für sein Foto Marke «Drägerprospekt», ebenfalls aus dem Murner See.

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